Im Jahre 2000 hatte der brasilianische Komponist Marlos Nobre einen dem Duo Renato Mismetti und Maximiliano de Brito gewidmeten Liederzyklus nach Gedichten des berühmten deutschen Romantikers Heinrich Heine geschaffen, der die Poesie in ihrer Original-Sprache beließ; der junge deutsche, in den USA ansässige Komponist Jens Joneleit hatte parallel dazu Verse eines der wichtigsten brasilianischen Lyriker, des Vater des Modernismo, Mário de Andrade, vertont. In mehrfacher Hinsicht schlug dieses Projekt Brücken: Zwischen Kontinenten, Künsten, Kulturen, Stilrichtungen, musikalischen Sprachen, sogar zwischen unterschiedlichen Generationen zeitgenössischer Komponisten. Marlos Nobre und Jens Joneleit waren zur Premiere ihrer Werke nach Bayreuth gekommen; an der Seite der beiden Interpreten, die sich der Verbreitung eines bisher kaum wahrgenommenen Bildes von ihrer brasilianischen Heimat verschrieben haben, wurden sie vom Publikum stürmisch gefeiert.

Der Botschafter der Republik Brasilien in Deutschland, S.E. Roberto Abdenur, welcher eine Woche nach der Bayreuther Uraufführung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin der zweiten Aufführung dieses Programms beiwohnte, schrieb im Grußwort des Konzertprogramms 2001 über Renato Mismetti und Maximiliano de Brito

Ihre Konzerte in großen Musikmetropolen wie Hamburg, Berlin, München, Brüssel, Wien, Rom, Lissabon und auch in der Weill Recital Hall at Carnegie Hall in New York, haben den beiden Künstlern rasch internationalen  Ruf eingetragen. Nicht nur die Presse ist voll des Lobes, auch das Publikum reagiert begeistert auf ihre sensiblen, mitreißenden Interpretationen. Ich selbst hatte im vergangenen Jahr die Freude, Renato Mismetti und Maximiliano de Brito im Berliner Konzerthaus zu erleben und war tief beeindruckt, nicht nur von ihrem großen technischen Können, ihrem Gestaltungsvermögen und ihrer Ausdrucksintensität, sondern auch von der würdigen, lebendigen Ausstrahlung, mit der sie auftreten und die Kultur unseres Landes repräsentieren.